HANDBOOK     FOR     TRAVELLERS

IN

TURKEY   IN  ASIA

INCLUDING

CONSTANTINOPLE

THE BOSPORUS,  PLAIN OF TROY,  ISLES OF CYPRUS,  RHODES,  &c.,  SMYRNA,  EPHESUS,  AND  THE  ROUTES  TO  PERSIA,  BAGDAD,  MOOSOOL,  &c.

WITH
GENERAL HINTS FOR TRAVELLERS IN TURKEY
VOCABULARIES &C.

FOURTH EDITION;  REVISED

With Maps and Plans

LONDON
JOHN MURRAY,  ALBEMARLE STREET
PARIS: GALIGNANI, BOYVEAU
ALEXANDRIA & CAIRO: ALEXANDRIAN BOOK COMPANY. MALTA: CRITIEN.
CONSTANTINOPLE: S.H. WEISS, LORENTZ &KEIL

1878

Route 4.
ESKI STAMBUL (ALEXANDRIA TROAS) NACH BEHRAM (ASSOS) ÜBER KULAKLI UND KAP BABA    
Kulakli ................. 5 STD.
Assos ................. 4 STD.
Kap Baba ............ 5 STD.

     Aus Mr. Pullan's Notizen von einer Reise im Jahre 1866.
     Folgen Sie der Küstenstraße bis zur Ebene von Tuzla, 4 Std. Sie führt durch eine Landschaft, die linkerhand teilweise landwirtschaftlich genutzt und spärlich mit Kermeseichen bedeckt ist; rechts befindet sich das Meer mit der Insel Tenedos in einiger Entfernung. Nach 3 Stunden wird das Dorf Kush Deresi (Schaffell) passiert.  Damit wird auch die Ebene von Tuzla betreten; sie leitet ihren Namen von den heißen Salzquellen in einem Dorf am Kopfende der Ebene ab, eine halbe Stunde links der Route. Diese Quellen sind einen Besuch wert; eine entspringt einem 20 Minuten Fußweg oberhalb des Dorfes entfernt gelegenem Felsen; das Wasser ist so heiß beim Austritt, daß man die Hand nicht hineinhalten kann.  Die Dorfbewohner kochen darin Geflügel, das, nach angemessener Zeit des Eintauchens, nicht nur gekocht, sondern auch gesalzen ist.  Die andere Quelle ist näher am Dorf, mit einem Badehaus überbaut.  Die
Moschee von Tuzla, ein schlichtes, quadratisches Kuppelgebäude, war eine byzantinische Kirche. Auf einem Friedhof auf dem Hügel sind viele griechisch geformte Steine zu sehen, die vom Apollo Smintheus Tempel in Kulakli  hierher gebracht worden sind. Auf einem Feld rechts der Straße nach Kulakli  kann ein schönes ionisches Kapitell betrachtet werden, ebenfalls vom selben TempeL.
      Nach der Ebene von Tuzla wird ein enges Tal
betreten, das allmählich ansteigt zum Fuß eines Hügels, auf dem das malerische Dorf Kulakli liegt. Unterkünfte sind in dem Oda des Dorfvorsitzenden zu erhalten.  Wenn der Reisende mit einem Zelt ausgestattet ist,  ist der beste Ort zum Aufstellen bei einer Quelle in den Gärten am Fuß des Hügels.
     Inmitten dieser Gärten sind die Fundamente des Tempels von Apollo Smintheus zu sehen, die 1866 von Mr. Pullan für die Dilettanti Society ausgegraben wurden.  Der Tempel war ein schönes Beispiel ionischer Bauart mit 8 Säulen an Vorder- und Hinterfront und pseudodipteral im Grundriß. Teile der Kapitelle, Säulen und des Säulengebälks liegen nahe der Stellen, an denen sie ausgegraben wurden. Die Apollo-Statue war von Scopas, aber aus Holz; sie wurde von einem der byzantinischen Herrscher nach Konstantinopel gebracht. Der Tempel war vollständig aus weißem Marmor, wahrscheinlich aus Cyzicus im Marmarameer.
     Die Säulen sind an der Basis 3 Fuß 9 Zoll im
Durchmesser, 47 Fuß hoch und der Unterbau des Tempels maß 116 mal 98 Fuß.
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    Von Kulakli nach Assos führt die Straße über wildes, gebirgiges Land, 2 Stunden Wegs mit Gestrüpp bewachse.  Dann erreicht man das Dorf Burgas.  Von nun an gewinnt die Landschaft an Charakter und die Szenerie an Großartigkeit.  Vorn ist eine Ebene, etwa 200 Fuß über dem Meeresspiegel, übersät mit Bäumen, begrenzt zur Linken von niedrigen Bergen, zur Rechten vom Meer, von dem sich -schwarz von Olivenplantagen­ die höchsten Berge der Insel Mytilene erheben, so nahe, daß die Lage der Dörfer an ihren Hängen vom nackten Auge ausgemacht werden kann. Jenseits der Ebene, am Meer, ragt der alleinstehende Felskegel empor, auf dem die Akropolis von Assos lag -das auffallendste Gebilde in der Landschaft.  Nach 2 Stunden wird das Dorf Behram, das sich an die Ruinen anschließt, erreicht.
    Behram
(Assos) 4 Stunden.  Die Beschreibung der Ruinen durch Mr. Abbot vom Auswärtigen Amt, der Assos nach Mr. Pullan besichtigte, ist so vollständig, daß wir sie ganz wiedergeben: -"IL'on peut etudier dans ces murailles le plus belle example de construction hellenique que les siècles nous aient conserve.m - Texier, ,,Asic Mineure," p.201, hrsg. 1862.  ,,Die Ruinen von Assos geben womöglich den vollständigsten Eindruck von einer heute noch bestehenden griechischen Stadt wieder." -Leake, ,,Journal of a Tour in Asia Minor," hrsg. 1824, pp. 128, 129.
     Laut Strabo, ("Geog." lib. xiii. c. 1), soll die Stadt eine koloniale Gründung von Methymne (Molivo) gewesen sein. Die äolischen Städte genossen eine besonderes System der Selbstverwaltung und bildeten zusammen eine Art Hansischen Bund. Nach der Übernahme durch das persische Reich wurde Assos als Lieferant von Weizen für die persischen Monarchen genannt. Während der Wirren, die dem Untergang der persischen Monarchie vorausgingen, erlangte Assos für kurze Zeit wieder seine Unabhängigkeit. (350 v.Chr.);
-siehe Strabo, "Geog" lib. xiii. c. 1- und ein Eunuch namens Hermeias gelangte zur Herrschaft. Er lud die Philosophen Xenokrates und Aristoteles an seinen Hof und gab Letzterem seine Nichte zur Frau. Die Perser jedoch ergriffen wieder Besitz von Assos und töteten Hermeias. Die Philosophen entkamen nach Griechenland.  Nach dem Tode Alexanders war Assos ein Teil des Königreichs des Lysimachos, von dessen Herrschaft es zu den Königen von Pergamon kam; und wurde schließlich, nach dem Tod von Attalus II, 130 v. Chr. dem Römischen Reich übertrageng. Der hl. Paulus und der hL Lukas besuchten Assos auf ihrem Weg von AlexandriaTroas nach Mytilene (Apostelg. xx. 13). Assos war eine der am frühesten christlichen Kolonien. Maximus, Bischof von Assos, war Mitglied des 3. Allgemeinen Konzils in Ephesus (431 n. Ohr.). Danach verschwindet der Name Assos aus den Annalen der Geschichte. Der heutige Name Behram soll von einem der Generäle des Eroberers Orhan, der diesen Teil Kleinasien heimsuchte, herrühren. Entstehungsdaten der byzantinischen oder mittelalterlichen Türme auf der Akropolis sind unbekannt. Strabo erwähnt Assos als berühmt für seine Befestigungen und seine Philosophenschule. ("Geog.") lib. xiii. c. 1); "Assos ist befestigt und gut ummauert, es hat einen steilen und langen Anstieg vom Meer und vom Hafen, so daß man den Musiker Stratomius verstehen kann, wenn er gesagt haben soll, 'Komme nach Assos, um desto schneller den Gipfel der Vernichtung zu erreichen.'
     Der Hafen ist mit einer großen Mole ausgestattet. Der stoische Philosoph Cleanthes, der die Nachfolge der Schule des Zeno von Citium antrat und sie dem Chrysippus von Soleus vermachte, wurde hier geboren.

     Die Zeile von Stratomius ist eine Parodie der Strophe aus der "Ilias" lib. vi. ver. 143, und das Wortspiel ein gutes Beispiel eines griechischen Scherzes: ...
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     Das Wort Sarcophagus wird abgeleitet von einem Gestein, das in der Nähe von Assos gefunden wurde Plinius, "Naturgeschichte," lib. xxxvi. c. 27.-- "Bei Assos in der Troas wird das Sarkophaggestein in einem Steinbruch aus einer leicht zu spaltenden Gesteinsader gewonnen. Die Körper der in diesem Stein Begrabenen sollen innerhalb von 40 Tagen verzehrt sein, bis auf die Zähne. Nach Mucianus werden auch die Spiegel, Kleidung, Spriegel und Schuhe versteinert. Von der selben Art gibt es Steine in Lykien und im Osten, die, an die Körper von Menschen gebunden, sich ins Fleisch fressen." Und auch, lib.
ii. c. 98: "In der Nachbarschaft von Assos in der Troas wird ein Stein gefunden, der jegliche Materie verzehrt." Der Sarkophagstein soll auch gut gegen Gicht gewesen sein! Plinius, lib. xxvi. c. 37: "...und es gibt ein anderes Heilmittel gegen Gicht - altes Öl, geschlagen mit einem Sarkophagstein, mit Fingerkraut in Wein gepreßt und gemischt mit Kreide oder Asche;" und (lib. xxxvi. c. 28): "Der salzgetränkte Stein von Assos vermindert die Gicht, wenn man die Füße in ein Gefäß stellt, das daraus gemacht ist ." Celsus (lib. iv. c. 24) empfiehlt ebenso die Verwendung "des Steines, der sich in das Fleisch frißt und den die Griechen 'sarcophagon' nennen."  Was dieser Stein war, ist, so glaube ich, unbekannt.
     Diese Passagen von Strabo und Plinius stellen, zusammen mit Apostelgeschichte 10, V.13,14, alles dar, was über Assos von Schriftstellern im Altertum gesagt wurde.

     Als wir im November 1864 in Assos waren, beschäftigte die türkische Regierung ein Abordnung Soldaten unter der Führung eines Binbaschi damit, aus den Ruinen die größten Steine herauszubrechen, um sie für den Aufbau der neuen Docks des dortigen Arsenals zu verschiffen.

     Die Überreste von Assos können in drei Gruppen aufgeteilt werden: Gebäude, Mauern und Gräber.

     Gebäude-
Die Akropolis. Nicht eine Spur bleibt von dem dorischen Tempel, der hier stand, außer einigen Kapitellen, die zu einem Zaun aneinandergereiht sind.  M. Texier entfernte die Friese und alle anderen Steine von Wert; sie sind jetzt im Louvre. Nun kann die genaue Lage kaum noch ausgemacht werden. Dieser Tempel war von einer besonderen ägyptischen Art und wurde vollständig von ihm beschrieben.   ·Siehe Texier und Pullan's 'Ruins of Asia Minor.'
     An der Nordseite, auf einer künstlichen Plattform, die aus dem Felsen herausgearbeitet wurde, über dem Dorf Behram hängend, steht ein quadratisches Gebäude mit einer niedrigen Kuppel, das jetzt als Moschee genutzt wird; es war augenscheinlich früher eine byzantinische Kirche. Die Inschrift über dem Eingang besteht aus roh gehauenen Buchstaben und soll zum Gedenken an die Erbauung der Kirche durch einen Bischof von Scamandria sein, aber diese Interpretation erscheint sehr unbefriedigend.  Bei Boeckh kommt sie nicht vor. Hinter der Kirche steht gut erhalten ein aufragender quadratischer Turm mit Schießscharten, und im Westen davon ein weiterer Turm als Ruine. Diese Türme sind roh gebaut und vergleichsweise jungen Datums. In der Nähe der Türme befinden sich einige Bogengewölbe, wahrscheinlich aus der gleichen Zeit. Einige antike Reste -ein Teil eines Gesimses und gebrochene Säulenstücke- sind in die Wände der Moschee eingelassen; einige andere liegen verstreut herum, aber nichts von Interesse. Die Aussicht vom Plateau der Akropolis ist sehr schön. Beim Abstieg auf dem Pfad vom Gipfel sollte der Reisende die seltsam verzerrten, säulenartigen Formen des Basalts beachten.
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     Auf der Süd- oder Seeseite des Hügels waren die wesentlichen Gebäude angesiedelt, und hier haben die jüngsten Zerstörungen sich am meisten ausgewirkt. Es scheint zwei Terrassen gegeben zu haben, eine am Unterteil der Akropolis, die andere weiter unten am Hang zum Meer. Die obere Terrasse hatte hinten Mauern am Felsen und war vielleicht mit einem Gang versehen, die eine Seite der Agora bildete. Diese Mauerzeile ist von wunderschöner Kunstfertigkeit; mit kleinen Öffnungen in regelmäßigen Abständen, vielleicht zu Drainagezwecken, jedenfalls haben sie eine ornamentale Wirkung. Vor den Mauern liegen die Reste einiger großer Gebäude, deren Größe und längliche Form an den mit riesigen Blöcken versehenen Fundamenten zu erkennen sind. Am Osttor des Hauptgebäudes standen zwei Monolithen, angeblich die größten des Ortes, einer eine Säule, der andere ein riesiger quadratischer Block, der so an sie gelehnt ist, als sei er vom Eingangstor gefallen. Die Säule war die einzig aufrecht stehengebliebene des Ortes. Die Türken hatten angefangen, einen Graben um sie herum zu bauen und hofften, sie in ein paar Tagen umgestürzt zu haben. Zum Osten hin sind die Reste eines kleinen Gebäudes, das vermutlich ein Nympbäum gewesen ist. Es besteht aus zwei Räumen; Teile von drei Seitenmauern der größeren Kammer sind noch erhalten. In die Rückwand des Hauptraumes ist eine halbrunde Platte eingemauert, und auf dem Boden lag ein ausgehöhlter Stein wie ein Wasserbecken. Reste von anderen Gebäu­den sind ebenfalls vorhanden, es scheint aber einen Erdrutsch von den überhängenden Klippen gegeben zu haben, und die verbliebenen Ruinen liegen nur noch chaotisch zuhauf. Die untere Terrasse ist ein Ruinenfeld, auf dem nicht zu unterscheiden war, welchem Zweck die ehedem darauf befindlichen Häuser dienten. Von der unteren Terrasse sieht man auf das Theater hinunter. Leake erwähnt es als "in vollständigem Erhaltungszustand" befindlich.
Texier schreibt: "Un vaste théâtre, dont les siéges sont encore en place; mais le prosoenium est en grande partie écroulé."
     
Es ist jetzt nur noch ein großer Steinbruch, die Sitze von den Versuchen, sie fortzutragen, in unbeschreiblichem Durcheinander aufeinander gehäuft. Ich fand nur zwei Sitze in situ und zwei kleine Bögen, die anscheinend die Stufen gestützt haben, die von Sitzreihe zu Sitzreihe führten; das Proscenium kann deutlich gesehen werden, ist aber mit Erde bedeckt und von Gras und Unkrautüberwachsen. Vom Theater führt eine holprige Straße zur Scala oder Landungsplatz, an der es ein kleines Fischerdorf und einen, Wellenbrecher gibt. Die alte Mole, die von Strabo erwähnt wird, befindet sich östlich davon. Einige Spuren von ihr sind vom Meer aus zu sehen. Wir leiten unsere Schritte zurück zur oberen Terrasse, wo, auf der Westseite, gerade diesseits der Mauern am Haupttor, der dorische Tempel des Augustus stand. Die Blöcke, die den Architrav formten, lagen auf dem Pfad, der zum Meer führt, Seite an Seite auf der Erde, bereit, verschifft zu werden.
     Auf einem anderen Block etwas größeren Ausmaßes fanden wir eine Hälfte der Inschrift, die von Leake wiedergegeben wird, in kleinen Buchstaben und sehr beschädigtt. Sie haben vermutlich über einem Tor gestanden und lauten wie folgt: (Dieser Teil des Tempels) "wurde repariert aus den Einnahmen aus der Verpachtung der Ländereien, die Kleostratos, ein Sohn der Stadt und gebürtig aus dem Stamm der Apellikon, für die Reparatur der Stadt hinterließ." (Apellikon, s. Strabo.)
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     Mauern -Die interessantesten und besterhaltenen Überreste in Assos sind die Mauern. Sie bilden eines der vollkommensten noch bestehenden Beispiele der Befestigungsarbeiten, die die Griechen des Altertums schufen. Die Mauern wurden so aufgebaut, daß sie die natürlichen Bodengegebenheiten zu ihrem Vorteil nutzten und die Stadt in zwei Teile schieden, zwischen denen die Akropolis stand. Die Trennmauer ist weniger stark als die äußeren Mauern. Sie wurden errichtet aus dem örtlichen trachytischen Granit und außen sehr sorgfältig mit großen facettierten Blöcken versehen. Weder Zement noch Mörtel wurde benutzt. Die westlichen Mauern sind am besten erhalten. Wir fanden, daß die besterhaltene Mauer, die in der Nähe der Gräber, so gut wir messen konnten, 27 Fuß 10 Zoll hoch war, ohne Mauerkappe.

     Die Türme sind, bis auf eine Ausnahme, alle quadratisch. Für eine Beschreibung dieses runden Turms mit anschließender Bastei siehe Texier. Er vermutet, er sei pelasgisch. Es schien mir jedoch genauso wahrscheinlich, daß sein grober Bau so früh als aus einer prähistorischen Periode datieren könne. Die Wände scheinen eine doppelte Verblendung gehabt zu haben, der Zwischenraum gefüllt mit groben Blöcken, so daß sie die Krone entlang einen Weg bildeten. Texier schätzt ihren Umfang auf 3103 Meter.

Tore
-Diese scheinen die bemerkenswertesten Überbleibsel in Assos zu sein. Ihre Bauweise zeugt von frühestem Altertum, und sie stellen Beispiele des waagerechten Bogens dar, der bei den Griechen vor der Einführung des wahren oder Keilsteinbogens in Gebrauch war. Es gibt drei Haupttore, eine in der Trennmauer und zwei, die zum offenen Land führen. Alle drei sind nahe beieinander.
     Das Haupteingangstor, von Texier als Stich überliefert, war gerade vor unserer Ankunft von den Türken zerstört worden. Merkmal des griechischen Pseudo­Bogens war, das er aus einer bestehenden Mauer herausgeschnitten und nicht durch aufeinander aufbauende, einander stützende Steine gebildet wurde. Dieser Pseudo-Bogen ist wohlbekannt vom Löwentor in Mykene, er formt einen Rahmen um die Löwenplastiken. Ich sah einen ähnlichen Bogen bei den jüngsten Ausgrabungen in der Nähe von Bounarbashi. Es gibt weitere Beispiele dafür am Grab des Tantalus und anderswo. Die Verwendung des waagerechten Bogens ist jedenfalls ein Beweis hohen Alters. Texier schreibt: "Supposer que ces murailles ne remontent plus au-delà du cinquieme siécle avant J.-C., c'est leur assigner la limite la plus rapprochée qu'il soit possible."

     Gräber -Die Gräber der normalen griechischen Art, geschmückt mit Girlandenplastiken, sind nahezu alle Trümmer. Im folgenden sind die Maße des vollständigsten wiedergegeben: -Länge, l2 Fuß; Breite, 4 Fuß 11 Zoll; Höhe, 3 Fuß 10 1/2 Zoll; Dicke des Steins, 7 1/2 Zoll.

     Die Inschriften, die wir sahen, bestanden aus griechischen Buchstaben, waren aber stark beschädigt. Mir ist nicht bewußt, daß eine lateinische Inschrift in Assos gefunden wurde. Dies scheint davon zu zeugen, daß die Stadt ihren griechischen Charakter bis zuletzt bewahrte.

     Um zurückzukehren, schlagen Sie die Straße nach Kap Baba ein, der Küste entlang -ein wunderschöner Ritt von 4 Stunden- und kommen nach 3 Stunden an einem antiken Gelände vorbei.

     In Kap Baba -einer blühenden kleinen Stadt am äußeren Ende des Kap Lektum-, kann man bequeme Unterkünfte erhalten. Der äußerste Punkt beherbergt eine Burg mit ausgebesserter Garnison. Überreste aus dem Altertum sind in der Stadt nicht zu sehen.

     Die Straße nach Kulakli führt an der Küste entlang und steigt nach einer halben Stunde zum Meer hinab. Dort ist eine Quelle mit gutem Wasser. Danach geht es einen steilen, gepflasterten Anstieg hinauf und man verläßt die Küste, weiterhin allmählich ansteigend zum Dorf Kulakli, eineinhalb Stunden.

     Oder kehren Sie zurück über Paschaköy, 1 Stunde,
Helesbakr, 1 1/2 Stunden, Avdereh Furt, 1 Stunde 10 Minuten, (Mr. Abbot hatte große Schwierigkeiten, den Fluß zu überqueren) nach Aivajik 1/2 Stunde und Alexandria Troas.
Versuchen Sie nicht, über das Meer zurückzukom­men oder Kap Baba mit einem Kaïk zu erreichen, wenn der Wind von Norden kommt. Sowohl Mr. Abbot als auch Mr. Pullan versuchten es, hatten aber keine Erfolg, sondern wurden nach Mytilene abgetrieben.  
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Übersetzung 1992 und ©2000: webmaster assos (Bert Genzink)